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Carsharing-Angebot von BMW und Sixt

DriveNow: Im Interview mit Dr. Andreas Schaaf

Dr. Andreas Schaaf leitet seit Dezember 2012 als einer von zwei Geschäftsführern die Bereiche Marketing und Finanzen bei DriveNow und erzählt im Interview über Corporate Carsharing, Kooperationen und Elektrofahrzeuge.

Mobilität in den Städten verändert sich. Das hat verschiedene Gründe. Parkplatznot, Staus und steigende Unterhaltskosten etwa sorgen dafür, dass gerade im städtischen Bereich viele Menschen kein Auto mehr besitzen wollen. War zu meiner Jungend das erste eigene Auto ein wichtiges Statussymbol, ist es jetzt eher das eigene Smartphone und die Vernetzung sowie der Status in den sozialen Medien. BMW und Sixt reagieren auf diese Entwicklung und bieten mit DriveNow für all jene ein passendes und zeitgemäßes Produkt an, die kein eigenes Fahrzeug besitzen, aber ab und zu ein Auto fahren wollen.

Drivenow Carsharing

DriveNow ist das Carsharing-Angebot von BMW und Sixt.

Darüber hinaus leistet DriveNow auf einer übergeordneten kommunalen Ebene einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung des Individual- und Parksuchverkehrs. Es ersetzt wenig genutzte, alte, ineffiziente Fahrzeuge und führt damit indirekt zu mehr verfügbarem öffentlichen Parkraum in den Städten.

Welche Ziele verfolgen BMW und Sixt mit dem Carsharing-Angebot?

DriveNow soll soll zu einer führenden Marke im flexiblen Carhsharing Markt werden. Das ist uns mit mehr als100.000 Kunden in weniger als zwei Jahren und mit hohen täglichen Wachstumsraten gelungen. Als Pionier im stationslosen Carsharing ist es unser Ziel, nachhaltige Lösungen für die Verkehrsprobleme der großen Metropolen weltweit anzubieten.

Wie funktioniert Ihr Carsharing-System?

Die Besonderheit von DriveNow ist, dass es stationslos funktioniert. Das macht auch Fahrten auf der einfachen Strecke möglich, da die Autos nicht mehr zurückgebracht werden müssen.

Abgerechnet wird ab 24 Cent pro Minute. DriveNow Kunden finden das nächste verfügbare Fahrzeug über eine Smartphone App oder die Website. Ein Chip auf dem Führerschein öffnet das Auto. Am Ziel angekommen, kann der DriveNow Nutzer das Fahrzeug einfach abmieten und dort stehen lassen. Einfacher geht es bald nicht mehr.

DriveNow gibt es München, Berlin, Düsseldorf, Köln und San Francisco.

Man spricht vom großen Trend „Corporate Carsharing“ in der Presse. Wie kommt es, dass DriveNow wie viele andere Carsharing-Anbieter sich zu Anfang hauptsächlich auf private Kunden konzentriert hat?

Unser Fokus liegt auch weiterhin auf dem Privatkundengeschäft. Dafür ist DriveNow konzipiert worden. Allerdings kann man auch DriveNow geschäftlich nutzen. So sind unterschiedliche Rechnungsadressen möglich und damit auch die Unterscheidung nach privaten und geschäftlichen Fahrten. Das ist für viele Unternehmen und ihre Mitarbeiter sehr interessant, da DriveNow eine kostengünstige Möglichkeit ist, geschäftliche Termine mit dem Auto zu erledigen. Vor allem viele kleine Unternehmen nutzen DriveNow als Ergänzung zum Taxi oder dem ÖPNV. Aber auch große Unternehmen haben Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, sich bei DriveNow privat und geschäftlich zu registrieren. So können die Firmen ihren eigenen Fuhrpark besser auslasten.

Welche Unternehmen konnten Sie bereits gewinnen und welche werden hinzukommen? Ist ein separates Corporate-Carsharing-Angebot geplant? 

eBay in Berlin und Vodafone in Düsseldorf sind nur zwei Beispiele. Vodafone stellt seinen Mitarbeitern unsere flexible Carsharing-Lösung an seinem Unternehmens-Campus zur Verfügung. Speziell bei innerstädtischen Fahrten zu Zielen mit schlechter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel kann DriveNow für die Mitarbeiter seine Vorteile voll ausspielen. Das gilt übrigens nicht nur wegen der im Verhältnis zum Taxi günstigen Kosten, auch die Zeitersparnis ist ein erheblicher Mehrwert. Bei Vodafone kommt auch die Transparenz bei den Abrechnungen der Fahrten sehr gut an. Nutzt ein Mitarbeiter ein DriveNow Fahrzeug, kann er die Fahrt als privat oder geschäftlich klassifizieren und damit jede einzelne berufliche Tour ohne weiteren Aufwand abrechnen.

DriveNow bietet in San Francisco Elektrofahrzeuge zur Miete an. Wann wird DriveNow auch in Deutschland Elektroautos einsetzen?

Wir werden noch im 2. Quartal in  Berlin und München insgesamt 60 elektrische BMW ActiveE zur Kurzzeitmiete anbieten. Die Fahrzeuge werden ganz normal in die jeweiligen Flotten integriert. Sie können spontan angemietet und überall im Geschäftsgebiet wieder abgegeben werden. In den kommenden Monaten wollen wir mit diesen Fahrzeugen wertvolle Erfahrungen sammeln, wie sich elektrische Fahrzeuge im täglichen Carsharingbetrieb bewehren können.

Laut dem Mobilitätsexperten Weert Canzler könnte Carsharing die Elektromobilität ankurbeln. Wie stehen Sie dazu?

Carsharing kann möglicherweise ein interessantes Einsatzgebiet für die Elektromobilität werden. Allerdings ist es noch zu früh, hier eine abschließende Aussage zu treffen. In jedem Fall ist es für jeden eine günstige Möglichkeit, das Fahrerlebnis Elektroauto einmal selbst auszuprobieren. Es wird sicherlich auch einige Fahrzeugbesitzer überzeugen, sich als nächstes Auto ein Elektrofahrzeug zu kaufen.

Immer mehr Carsharing-Anbieter koopieren mit dem ÖPNV und anderen Mobilitätsanbietern. Wie sieht die vernetzte Mobilität bei DriveNow aus? Welche Kooperationen gibt es bereits und welche sind noch geplant?

Wir kooperieren derzeit mit den Öffentlichen Nahverkehren in unseren Städten und bieten den Abonnementkunden Sonderkonditionen bei DriveNow an. Daneben bestehen Kooperationen mit dem Fahrradverleihsystem Nextbike und der Mitfahrzentrale Flinc. Beispielsweise können Flinc-Kunden ihre DriveNow Fahrt online anbieten und mit dem DriveNow Fahrzeug einen anderen „Flincer“ mitnehmen. Im nächsten Schritt ist es das Ziel, diese verschiedenen Verkehrsträger sinnvoll miteinander zu verknüpfen und beispielsweise Ersatzmobilitäten vorzuschlagen, wenn etwa gerade kein DriveNow Fahrzeug verfügbar ist.

Der BAV (Bundesverband der Autovermieter Deutschlands e.V.) hat die Sicherheit beim Peer-to-Peer Carsharing bemängelt. Was ist Ihre Meinung dazu?

Dazu möchten wir uns nicht äußern. Klar ist jedoch, dass es bei einem professionellen Anbieter wie DriveNow höchsten Insassenschutz gibt. Unsere Fahrzeuge bleiben maximal zehn Monate in der Flotte. Der Altersdurchschnitt unserer Fahrzeuge liegt bei sechs Monaten. So kommt der Kunde immer in den Genuss von Neuwagen, die natürlich auch auf dem neuesten Sicherheitsstand sind.

Inwiefern trägt DriveNow zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz bei?

Carsharing trägt immer zum Umweltschutz bei. Derzeit kommen auf ein DriveNow Fahrzeug 70 Nutzer. Die Alternative wären 70 private PKW, die Parkraum belegen und Emissionen produzieren würden. Im Fokus von DriveNow stehen ja insbesondere Besitzer alter, nur sehr selten genutzter Autos, deren Fahrzeuge zwar kaum bewegt werden aber dennoch laufende Kosten verursachen und Parkraum belegen. DriveNow Fahrzeuge unterbieten immer die aktuellsten Umweltnormen. Durch den Einsatz der Elektrofahrzeuge reduziert sich die CO2 Bilanz noch einmal zusätzlich.

Herr Dr. Schaaf, vielen Dank für das Gespräch!

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