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17.10.2014

Bus oder Bahn? – Die Privatbahnen auf dem Abstellgleis

Eine der letzten Privatbahn in Deutschland stellt am 13. Dezember ihren Betrieb ein. Der InterConnex des französischen Veolia Konzerns beendet den Fernverkehr auf der Strecke Leipzig-Rostock. Damit verabschiedet sich die vorletzte deutsche Privatbahn aus dem Business. Einzig HKX (Hamburg-Köln-Express) steht dann noch in direkter Konkurrenz mit der DB.

Schuld am Ende des InterConnex seien die ausbleibenden Fahrgäste. Es scheint als habe der Aufstieg der Fernbusse ein erneutes Opfer gefordert. Immer mehr Reisende steigen auf die oft deutlich günstigeren Busse um. Längere Fahrzeiten werden hierfür gern in Kauf genommen.


Der Stand der Privaten gegenüber dem Fernbus-Verkehr gilt als besonders schwierig. Im Gegensatz zum Nahverkehr der Deutschen Bahn bekommen sie keine Subventionen der Länder. Die DB ihrerseits ist jedoch (anders als man denken könnte) ebenfalls nicht erfreut über den Ausstieg des Mitbewerbers. Der Rückgang des Schienenverkehrs wird hier kritisch beobachtet. Die starke Wettbewerbssituation mit den Fernbussen hinterlässt auch Spuren bei der DB. In den vergangenen Jahren führte das mehrfach zu Preiserhöhungen der Tickets.

Ein Teufelskreis: Die steigenden Ticketpreise veranlassen wiederum mehr Kunden die günstigeren Busse zu nutzen. Auch die anhaltenden Streiks der GDL lassen viele Reisende auf Fernbusse umsteigen.
Seit der Marktöffnung 2013 konnten die Linienfernbusse rund 8,2 Millionen Passagieren begrüßen (in 2013), Tendenz steigend. In Vergleich zu den 1,97 Milliarden Fahrgästen der DB in 2013 mag diese Zahl gering erscheinen, innerhalb der Branche bedeutet sie allerdings eine Verdreifachung in nur einem Jahr. Um im Fernverkehr konkurrieren zu können, starteten viele Unternehmen mit teils extremen Dumpingpreisen. Zwar soll sich das Preisniveau nach dem ersten Boom nun langsam normalisieren, für den Schienenverkehr ist der Preiskampf aber nach wie vor ein aussichtsloser.

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1 Kommentar »

  1. 17. Oktober 2014 12:14 Gerhard auf Schienenreisen

    Schade, wenn sich private Bahnanbieter wieder aus dem Schienen-Fernverkehr zurückziehen. Allerdings ist für mich nicht ganz verständlich, warum die Deutsche Bahn sich mit parallelen Busangeboten selbst Konkurrenz macht anstatt die Bahnlinien zu stärken. Vor allem wenn dann über den Fahrgastschwund auf der Schiene gejammert wird.

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