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Analyse über die Marketingaktivitäten der Anbieter

Wie Carsharinganbieter erfolgreich werben (können)

Die positive Entwicklung der letzten Jahre hat dazu geführt, dass Carsharing als neue Mobilitätsform Anerkennung gefunden hat. Neben vielen anderen Faktoren wie intensiver Verbandsarbeit (Anm.d.Red: Zum Beispiel der Bundesverband Carsharing e.V.  ist auch die Professionalisierung der Marketing- und PR-Aktivitäten seitens der Anbieter ursächlich für diese Entwicklung.

Um an der gestiegenen Nachfrage zu partizipieren, intensivieren insbesondere die großen Carsharing-Anbieter ihre werblichen Maßnahmen. Ob durch klassisches Marketing wie Printanzeigen, Flyer oder Plakatwerbung, aber auch durch Verkaufsförderung wie Promotionaktionen, Gewinnspiele und Mobile-Marketing. Doch werden schon alle Potentiale voll ausgeschöpft oder könnten durch Optimierung und Intensivierung von Werbung und Marketing noch mehr Kunden zum Anbieter kommen?

Carsharing ist mittlerweile definitiv eine werbende Branche. In vielen Städten wird der Verbraucher hauptsächlich durch klassischen Werbeanzeigen wie Werbeplakate und –poster angesprochen. Busse fahren mit Außenwerbung über Deutschlands Straßen und in Bahnen stehen Werbeflächen für Carsharinganbieter zur Verfügung. Meist liegt hier eine Kooperation zwischen den Anbietern und ÖVPN zu Grunde. Doch auch das Fahrzeug der Carsharing-Flotte wird als kostenfreie Außenwerbung genutzt. Die Gefährten sind häufig auffällig mit dem Logo des Anbieters bedruckt und sorgen so für Aufmerksamkeit – nicht nur im Straßenverkehr.

Neben der Vermittlung von Zahlen und Fakten zum eigenen Angebot, versuchen Carsharing-Anbieter auch immer wieder durch außergewöhnliche Kommunikationsmaßnahmen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen:

- Carpooling/Mitfahrgelegenheit.de: Auf der Homepage wird dem Besucher angezeigt, dass sich hier durch das Sharen bereits tausende Freundschaften gefunden und geschlossen haben, 16 führten sogar zur Hochzeit. Jeden Monat werden ungefähr eine Million Personen von A nach B transportiert und durch diese Fahrgemeinschaft konnten bisher bereits 500 Millionen Liter Sprit gespart werden.

- Quicar „Hannovers Gesichter“: Auf der Facebook-Seite des Anbieters gibt es einen öffentlichen City-Guide. Hier kann jeder seinen Insider-Tipp eintragen und darüber diskutieren lassen. Einige ausgesuchte Aussagen werden über Plakate und Screens in der Stadt weitergegeben und mit den Hannoveranern geteilt.

Grundsätzlich kann man also sagen, dass Werbung und Marketing auch in der Carsharing-Branche einen hohen Stellenwert einnehmen. Auffällig ist aber, dass sich eine so junge Branche mit einer so internetaffinen Zielgruppe im Bereich Online-Marketing schwer tut. Das „Produkt“ Carsharing ist exzellent geeignet für die Kommunikation und der „Verkauf“ über die sogenannten Neuen Medien.

 

Heute hat fast jeder Anbieter  eine Homepage, ist auf Facebook präsent und teilweise entstehen die ersten Blogs. Die Anbieter haben also verstanden, wo sie die Zielgruppe  finden, aber noch nicht, was Online-Marketing tatsächlich alles ist. Im Internet kann eine hohe Reichweite innerhalb der relevanten Zielgruppe erzielt werden. Und das auch noch vergleichsweise günstig. Die einzelnen Disziplinen des Online-Marketings müssen aber genau betrachtet und vom Werbetreibenden verstanden werden, um hier erfolgreich zu sein. Es ist ein Irrglaube „nur“ eine Facebookseite zu betreiben und ein paar Tweets über Twitter zu formulieren, könnte zum Erfolg führen. Mobilaro gibt einen Überblick über die für Carsharingunternehmen interessantesten Online-Marketing-Tools:

- Display-Marketing

- Suchmaschinenmarketing

- Affiliate-Marketing

 

Display-Marketing

Display-Marketing ist die klassischste Werbemaßnahme im Internet. Hierbei wird Werbefläche (Bannerwerbung) auf einer Website gekauft, vergleichbar mit einer Werbeanzeige in der Zeitung oder einem Plakat. Bezahlt wird diese Werbefläche zumeist nach Anzahl der Einblendungen (TKP/Tausenderkontaktpreis). Da die wahllose Einblendung von Bannerwerbung für den Werbetreibenden wenig zielführend ist, wird häufig auf Targetingmaßnahmen zurückgegriffen. So stellt man sicher, dass nur bestimmte, gewollte Internetnutzer die Werbung zu Gesicht bekommen. Targeting kann erfolgen nach sozidemographischen Daten der Nutzer, regionaler Ausrichtung der Werbung oder auch in Form von Retargeting – Nutzer, die schon einmal auf der Anbietersite waren, werden noch einmal mit einem besonderen Angebot angesprochen, um sie doch noch vom Kauf des Produktes zu überzeugen.

Bei konsequentem Einsatz der Targetingmöglichkeiten bietet das Displayadvertising gerade Carsharing-Anbietern außergewöhnliche Chancen. Die zielgenaue Ansprache der Kunden und die vergleichsweise niedrigen Mediapreise führen zu niedrigen Kundengewinnungskosten.

Suchmaschinenmarketing

Suchmaschinenmarketing ist das Schalten von bezahlten Anzeigen bei Google oder Bing. Der Clou dabei ist, dass die vorhandene Nachfrage direkt bedient wird. Der User gibt Suchanfrage „Carsharing Hamburg“ ein und zum Beispiel „car2go“ kann direkt sein Hamburger Angebot vorstellen. Der Werbetreibende zahlt nur per Click auf seine Website (Cost per Click / CPC). Es gibt also quasi keine Streuverluste und auch die Kundengewinnungskosten lassen sich gut kalkulieren.

Während die Großen ihre Suchmaschinenwerbung bereits optimiert haben, hinken die kleinen, regionalen Anbieter noch hinterher und nutzen dieses Tool kaum.

Affiliate-Marketing

Eine weitere wichtige Option im Online-Marketing ist das Affiliate-Advertising. Gearbeitet wird wie beim „klassischen“ Displayadvertising mit Werbebannern. Der Unterschied liegt in der Abrechnungsform zwischen Werbetreibenden und Websitebetreiber bzw. Publisher (genannt: Affiliate).  Der „Affiliate“ platziert auf seiner Homepage eine Anzeige des werbetreibenden Unternehmens. Sobald ein potentieller Kunde auf diesen Werbebanner klickt, wird er auf die Partnerhomepage weitergeleitet. Wenn er dann dort eine Aktion tätigt (sich zum Beispiel für das Carsharing anmeldet) erhält der Websitebetreiber eine vorher vereinbarte Provision.

Dies ist also die risikoloseste Form von Werbung für ein Carsharingunternehmen. Gezahlt wird nur, wenn ein neuer Kunde gewonnen wurde.

 

Als Hinweis noch für alle Carsharinganbieter: Für erfolgreiches Marketing/Werbung ist es wichtig, einfache und leicht verständliche Werbebotschaften zu kommunizieren. Die Kunden verstehen oft nicht, ob Carsharing im Vergleich zum eigenen PKW wirklich günstiger ist. Die unterschiedlichen Vertragsarten und der fast undurchdringliche Tarifdschungel wirken oft abschreckend. Mobilaro hat hierzu einen Kostencheck erstellt, aus dem hervorgeht, wann sich Carsharing tatsächlich lohnt. Einfache Kostenaufstellungen und verständliche Preismodelle führen, unserer Ansicht nach, zu mehr Carsharing.Auffällig ist, dass diese drei Möglichkeiten im Bereich Carsharing noch kaum genutzt werden. Nur das Suchmaschinenmarketing spielt überhaupt eine spürbare Rolle im Marketingmix. Displayadvertising und Affiliatemarketing  kann man getrost als Stiefkinder der Marketingverantwortlichen bezeichnen. Die geringen (Media-) Preise und die kundengenaue Ansprache (Targeting) sind aber ausschlaggebende Argumente, um diese Tools zukünftig stärker zu nutzen. Carsharinganbieter verschenken derzeit sehr viel Wachstumspotential.

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