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Taxisharing: Gemeinsam Taxi fahren

BetterTaxi: Ein Gründer erzählt

Niels Beisinghoff ist einer der Gründer und Geschäftsführer der BetterTec GmbH, welche die App BetterTaxi betreibt. Vor seiner Zeit als Entrepreneur hat der promovierte Jurist als Managementberater gearbeitet. Niels lebt und arbeitet in Berlin.

Welche Beweggründe führten dazu, dass BetterTaxi in den Markt der Taxi Apps „eingestiegen“ ist? Wie wurde diese Idee geboren?

NB: Als Berater bin ich jeden Tag Taxi gefahren und da sind mir aus Kundensicht Dinge aufgefallen, die ich anders machen würde. Beispielsweise habe ich mich geärgert, wenn ich auf dem Weg zu einem Termin einen Kollegen in einem anderen Taxi gesehen habe. Anstatt getrennt zu fahren hätte man sich das Taxi teilen können, was für die Firma und die Umwelt vorteilhaft gewesen wäre. Ich bin dann als Berater ausgestiegen und habe mir mit BetterTaxi genau das zum Ziel gesetzt: Taxifahren besser und nachhaltiger zu machen.Niels Beisinghoff

Wie beschreiben Sie Ihre Unternehmensphilosophie?

NB: Fair, nachhaltig, kollegial

Wie sehen Sie Ihren Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit?

NB: Aktiv kompensieren wir den CO2-Ausstoß, der durch eine Fahrt über BetterTaxi verursacht wird. Hier arbeiten wir mit der Arktik GmbH aus Hamburg zusammen, welche die Kompensationen in nachhaltige Klimaprojekte investiert. Wir sehen diese Maßnahme als einen kleinen aber sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz. CO2-Kompensationen sind in der Öffentlichkeit umstritten. Ihnen haftet der Ruf des “Greenwashing” an, also dass sie primär dem Markenimage dienen, als dem effektiven Klimaschutz. Persönlich kann ich diese Ansicht nicht teilen, da das Kompensieren funktioniert und es der Umwelt egal ist, wo weniger CO2 produziert wird. Hauptsache der Ausstoß insgesamt nimmt ab!

Ist Taxisharing eine ernstgemeinte Funktionalität, die es auch wirklich geben wird? Oder ist das Ganze nur ein PR Gag, um auf der LOHAS Welle zu reiten?

NB: Würden wir es aus PR-Gründen kommunizieren, wären wir schlecht beraten. Langfristig würde uns das ganz schön auf die Füße fallen. Trotzdem ist die Frage berechtigt. Wir mussten den Launch der Funktion verschieben, da unsere Zeitplanung zu ambitioniert war. Andere Maßnahmen mussten priorisiert werden, auch um Sharing überhaupt erst möglich zu machen. Wir planen eine Beta-Version von Taxi-Sharing für  dieses Jahr, ohne aber einen konkreten Termin zu nennen.

Worin unterscheiden Sie sich von anderen Taxi App Anbietern?

NB: Wir arbeiten direkt mit Taxizentralen zusammen. Vermitteln also die Taxis, die an unsere Kooperationspartner angeschlossen sind. Dadurch können wir unseren Kunden eine super Infrastruktur anbieten, da sie Zugriff auf viele Taxis haben. Eine hohe Anzahl an Taxis bedeutet letztlich kürzere Wartezeiten und mehr Zuverlässigkeit. Zukünftig möchten wir uns noch stärker über Funktionen von der Konkurrenz abheben. Dazu zählt Taxi-Sharing, was so momentan von keiner der anderen Taxi-Apps angeboten wird.

Ist der Markt für Taxi Apps mittlerweile nicht zu umkämpft, um nachhaltig erfolgreich zu sein?

NB: Der Markt ist tatsächlich sehr umkämpft und man muss sich anstrengen, um langfristig erfolgreich zu sein. Allerdings ist das Rennen hier noch nicht entschieden. Wir sehen uns mit unserem Ansatz gerüstet, um im Markt bestehen zu können.

Welches sind Ihre wichtigsten Wettbewerber?

NB: Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Taxi-Apps, allerdings haben die meisten nur  einen lokalen Fokus. Unter den Apps mit überregionalen Ambitionen ist myTaxi aus Hamburg die bekannteste. Daneben ist noch taxi.de, sowie die branchennahen Apps taxi.eu und DeinTaxi zu nennen.

Wo kann man Ihren Service nutzen? Gibt es das Angebot bundesweit? Und wenn nicht, wann gibt es den bundesweiten Rollout?

NB: Wir sind in Berlin gestartet und haben vor kurzem Dresden und Hannover angebunden. Noch 2013 soll man mit BetterTaxi in allen größeren deutschen Städten sein Taxi online buchen können. Bis es soweit ist, bieten wir einen umfangreichen Infoservice an. Ist die Bestellung in einer Stadt noch nicht direkt möglich, zeigt einem die App die örtliche Taxinummer an.

Welche Entwicklung sehen Sie im Bereich der persönlichen Mobilität und welche Möglichkeiten bietet diese Entwicklung für Ihr Unternehmen?

NB: Unterstützt von der Smartphone Technologie entstehen neue Angebote, oder werden massentauglich, die das Mobilitätsverhalten nachhaltig verändern. Man denke beispielsweise an Carsharing und Carpooling. Mit Taxi-Sharing möchten wir gezielt ein weiteres Angebot in diesem Bereich etablieren. In der Summe reduzieren diese neuen Angebote die Notwendigkeit eines eigenen PKW. Hiervon wird zukünftig auch der öffentliche Personenverkehr profitieren, wozu auch das Taxi zählt. Kurz: Die Taxibranche wird von den aktuellen Entwicklungen profitieren, was natürlich auch für BetterTaxi positiv ist.

Sehen Sie sich im Wettbewerb mit Carsharing Anbietern? Und wenn ja bzw. nein, warum?

NB: Wir sehen Carsharing nicht als Konkurrenz, eher im Gegenteil. Es werden mehr Menschen auf das eigene Auto verzichten und stattdessen auf einen Mobilitätsmix setzen. Dazu zählen der ÖPNV und das Fahrrad, ebenso wie Carsharing und Taxi. Insgesamt werden sich die Angebote gegenseitig unterstützen.

 

Herr Beisinghoff, wir danken Ihnen für das Gespräch!

 

 

 

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