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Diesel-, Autogas- (LPG), Hybrid- und Elektro-Antrieb

Vier Antriebe = 4 x umweltfreundlich?!

Wer heute auf der Suche nach einem umweltfreundlichen Auto ist, hat es nicht leicht. Eine große Auswahl an Modellen und verschiedene Antriebsarten machen es einem nicht gerade einfach. Doch welcher Antrieb wird der Bezeichnung „umweltfreundlich“ überhaupt gerecht? mobilaro hat diese vier Antriebsarten unter die Lupe genommen: Diesel, Autogas (LPG), Hybrid und Elektro.

Um zu klären, wann ein Fahrzeug als umweltfreundlich gilt, müssen verschiedene Faktoren geprüft werden. Der Umwelt- und Verbraucherverband „Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)“  überprüft jedes Jahr mehr als 300 PKW-Modelle. Hierbei werden auf drei Kategorien besonderen Wert gelegt:

- Spritverbrauch und CO2-Emission pro gefahrenen Kilometer

- Lärm

- Menge und Art der Schadstoffe/Partikel

Frischer Wind für das Carsharing in Solingen. LeasePlan hat 20 Elektroautos vom Typ Opel Ampera an die dortige Drive-CarSharing geliefert.

 

Grundsätzlich müsste man sich auch die Ökobilanz (inkl. Produktion und Verschrottung) eines Fahrzeuges anschauen. Hierbei gibt es die unterschiedlichsten Faktoren: Umweltfreundlichkeit ist dabei ein Zusammenspiel aus Nutzungsverhalten, Fahrweise, CO2-Ausstoß etc. und nicht verallgemeinerbar. mobilaro kann deshalb nur grundsätzliche Empfehlungen aussprechen, die der Einzelne, in der jeweiligen Nutzungssituation, für sich beurteilen muss.

 

Diesel-Antrieb

Ein Diesel-Antrieb zeichnet sich durch einen geringeren Verbrauch und somit auch durch einen geringeren CO2-Wert als ein Benziner aus. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller neu zugelassenen Pkw mit Diesel-Antrieb lag 2011 bei 147 g/km. Allerdings ist dieser Antrieb nur dann umweltfreundlich, wenn das Fahrzeug mit geschlossenem Partikelfilter gefahren wird, da dieser Antrieb eine höhere Schadstoffemissionen (Partikel- und Stickoxid) als der Benziner aufweist (Benziner ab Euro 4).

Autogas-Antrieb

Autogas setzt sich aus Butan und Propan zusammen. Es ist ein Nebenprodukt der Erdöl-Förderung und Raffinerie. Autogas hat eine sehr saubere Verbrennung und eine nahezu gleiche CO2-Bilanz im Vergleich zu einem Diesel-Antrieb. Als Nachteil des Autogas-Antriebs kann die Umrüstung angesehen werden: ein „Alt-Fahrzeug“ muss zuvor meist vom Halter umgerüstet bzw. umgebaut werden, damit man sich mit Autogas fortbewegen kann.

Hybrid-Antrieb

Das Fahrzeug mit Hybrid-Antrieb wird zusätzlich durch einen Elektromotor angetrieben und verbraucht ca. 50% weniger Sprit als ein Benziner. Der Vorteil an diesem Antrieb ist, dass bei der Beschleunigung der Verbrennungsmotor durch den Elektromotor unterstützt und somit der Verbrauch geringer gehalten wird. Der CO2-Wert eines Hybrid-Antriebs liegt im Schnitt bei 130 g/km (bei Neuwagen). Allerdings wird oft vergessen, dass bei der Produktion der Batterien eines Hybrid-Antriebes ein hoher, zusätzlicher Energieaufwand entsteht.

Elektro-Antrieb

Elektroautos funktionieren bzw. fahren nur mit Strom. Mit einer Batterieladung können im Schnitt 100-150 Kilometer zurückgelegt werden. Unter Umweltgesichtspunkten ist die Quelle der Stromgewinnung sehr wichtig: miteinem konventionellen „Strommix“ werden keine wesentlich niedrigeren Emissions-Werte erreicht. Mit einem CO2-Wert von ca. 110 g/km ist ein Elektro-Antrieb nicht grundsätzlich effizienter. Erst bei regenerativ erzeugtem
Strom (z.B. Windkraft) schneidet der Elektro-Antrieb super ab und lässt den CO2-Wert auf ca. 20 g/km sinken. Allerdings ist die Produktion und Entsorgung der Batterien ein sehr aufwändiger Prozess, der Potential für Optimierungen birgt.

Das Thema der umweltfreundlichen Mobilität ist hoch komplex. Man sollte immer die Gesamtumweltbilanz eines Fahrzeuges betrachten, um eine Entscheidung im Autokauf zu fällen. Grundsätzlich kann nur dadurch eine Empfehlung abgegeben werden, ansonsten lassen sich die vier Antriebsarten wie folgt eingliedern: Für kurze Strecken und Stadtnähe empfehlen sich die alternativen Antriebe wie der Hybrid- oder Elektro-Antrieb. In der urbanen Umgebung ist der Nachteil der Reichweite eines Elektro-Antriebs nicht so stark spürbar und bei einer grünen Stromquelle ist der Antrieb am umweltfreundlichsten. Der Diesel-Antrieb ist dann in Ordnung, wenn er aus den jüngeren Generationen stammt (neues Modell), einen Partikelfilter enthält und durch Berücksichtigung der Spritkosten besonders für Langstreckenfahrer empfehlenswert. Da Autogas ein Nebenprodukt der Erdöl-Förderung und Raffinerie ist und dadurch sowieso anfällt, kann man guten Gewissens sein Auto darauf umrüsten lassen.

 

Die Erwägung, sich ein neues Fahrzeug anzuschaffen und das alte aus Umweltgesichtspunkten verschrotten zu lassen, ist (noch) nicht sehr umweltfreundlich. Die Verschrottung und Produktion der Fahrzeuge verschlingt noch enorme Energieaufwände und die verschwendeten Ressourcen sind immens. In Bezug auf Nachhaltigkeit der Antriebe lässt sich pauschal keine genaue Aussage treffen, hierbei spielt einzig der Spritverbrauch eine große Rolle. Wichtig ist also, dass das Fahrzeug kein „Spritfresser“ ist. mobilaro würde aus Umweltgesichtspunkten zu einem kleinen, leisen Auto mit geringem Verbrauch und aus umweltfreundlicher Produktion, also aus wiederverwertbaren Materialien, raten.

Das „Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt“  hat verschiedene Maßnahmen zur Reduktion von Kohlendioxid- und Schadstoffemissionen veröffentlicht: Hierbei wird eine kontinuierliche Weiterentwicklung der europäischen Abgasgesetzgebung angestrebt. Außerdem sollen die alternativen Antriebstechnologien weiterentwickelt werden, um Vorteile wie z.B. geringere Schadstoffemissionen gegenüber konventionellen Antrieben zu erreichen. Aber auch eine Schulung der Fahrer wird in Angriff genommen, um kraftstoff- und emissionssparend von „A nach B“ zu kommen und um eine Verlagerung auf weniger umweltbelastende Verkehrsträger (z.B. Bus, Bahn) zu verwirklichen.

Doch wer mehr für die Umwelt tun will und besonders umweltfreundlich leben möchte, der sollte vermehrt auf Carsharing setzen und ein Fahrzeug nur dann nutzen, wenn man es auch braucht. Mittlerweile sind die meisten Städte so gut durch den ÖPNV vernetzt, dass ohnehin ein eigenes, privates Fahrzeug überflüssig erscheint. Carsharing-Anbieter in Ihrer Region finden sie hier: Carsharing-Anbieter









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